In Minuten war eine Eimerkette gebildet

Historische Löschübung

Buchen. Wie sich die Buchener beim Löschen des großen Stadtbrands vor 300 Jahren in etwa gefühlt hatten, wissen nun rund 800 Buchener und "Auswertige", die am Sonntagnachmittag bei der historischen Löschübung mitmachten. Wobei die Betonung hier auf "in etwa" liegt: Im Jahr 1717 war das Löschen bitterer Ernst, während gestern alle Helfer jede Menge Spaß hatten.

Die historische Löschübung war auch für die Wehrmänner der Feuerwehr Buchen eine völlig neue Erfahrung: Sie rekonstruierten gemeinsam mit dem Verein Bezirksmuseum das Löschen des großen Stadtbrandes, der in der Nacht zum 2. September 1717 ausbrach und in Buchen rund 124 Gebäude zerstörte. Damals gab es keine Feuerwehr, die Bürger mussten sich also selbst helfen und das katastrophale Feuer mit bloßen Händen und Eimern löschen.

Das Feuer, das die Männer der Feuerwehr Buchen am Sonntag in Museumshof anzündeten, war - zum Glück - nicht ganz so groß wie das Feuer, das beim Stadtbrand wütete. Aber es ist ja bekanntlich der Gedanke, der zählt!

Die über 800 Helfer ließen sich jedenfalls nicht lange bitten: Schon nach wenigen Minuten war die Menschenkette gebildet, und die Eimer, die in der Morre gefüllt wurden, wanderten von Hand zu Hand durch die Buchener Innenstadt bis hinein in den Museumshof.

Das Morrewasser wurde dort in eine große Götzinger Handdruckspritze aus dem Jahr 1856 gefüllt, mit der die Helfer dem Feuer die Kraft nahmen, bis es schließlich nur noch müde qualmte. Auch eine kleine Handdruckspritze mit unbekanntem Baujahr war im Einsatz.

Ein bisschen hat die Feuerwehr Buchen jedoch geschummelt: "Im Jahr 1717 gab es in Buchen noch keine Handdruckspritzen", verrät Matthias Grimm der RNZ. Die Bürger mussten das Wasser aus den Eimern direkt in die Flammen kippen.

Nach der historischen Löschübung war den Helfern und Zuschauern eines klar: Vor 300 Jahren haben die Buchener, die tagelang gegen das Feuer kämpften, eine Leistung erbracht, die man sich heute nur schwer vorstellen kann. Der stellvertretende Stadtbrandmeister Andreas Hollerbach dankte allen Helfern für die "überwältigende Resonanz" auf die Übung, die zeigte, wie schwer das Löschen des Stadtbrandes damals war.

Bericht: Tanja Radan, Rhein-Neckar-Zeitung

 

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