Geschichte der Feuerwehr Buchen

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Buchen ist zugleich auch die Geschichte der Stadt Buchen. Hier können Sie mehr über das Feuerlöschwesen in Buchen erfahren.

1846

Vor der Gründung
Die verheerende Auswirkung von Bränden in Buchen zeigten, dass gegen das Element "Feuer" zu jener Zeit noch wenig auszurichten war.

Der Feuereimer als wichtigstes Hilfsmittel für den Löschwassertransport - die sogenannte Eimerkette - musste im Rathaus wie auch im Privatgemach bereitliegen. Jeder musste einen Eimer haben, ob aus Stroh oder aus Leder je nach Finanzlage.

Später gab es hölzerne Handpumpen, die vor dem Einsatz in umständlicher Weise mit Wasser gefüllt und Leitern hochgeschleppt werden mussten. Der Einreißhaken war oft die letzte Alternative, um eine Verbreitung des Feuers zu verhindern. Es kamen dann die Handspritze, die Handdruckspritze die zur Brandstelle geschoben werden mussten. Später folgten dann die größeren Spritzen die durch Gespanne gezogen wurden und sogar über ein eigenes Saugwerk verfügten.

So wurden in Buchen bereits bis 1846 zwei Handdruckspritzen beschafft, die auch wertvolle Dienste leisteten. Jedermann war zum Helfen, zum Löschen verpflichtet. Solche Gerätschaften machten es aber auch notwendig, dass für die im Brandfalle einzusetzenden Bürger, Richtlinien geschaffen wurden, um eine einigermaßen erfolgversprechende Brandbekämpfung durchführen zu können.

So ist aus jener Zeit die "Brandschutzordnung" der Stadt Buchen (vom 12. September 1846) erhalten, welche über die damaligen Verhältnisse eingehend Aufschluss gibt. Sie beschreibt den sorgfältigen Umgang mit dem Feuer, wie auch den Brandfall. Es werden sogar Personen namentlich genannt und ihre Aufgaben beschrieben. So keimte die Hoffnung auf eine bessere Brandbekämpfung, doch die Praxis sah leider anders aus.

Immer wieder musste die enttäuschende Erfahrung gemacht werden, dass nicht alle ihren Verpflichtungen nachkamen. Man nahm eben die "verordnete Pflicht" zur Hilfeleistung für andere nicht ernst genug.

1856

So mussten 1856 beim großen Brand in der Hochstadtstraße, die verpflichteten Gespannfahrer vom Ortspolizisten aus den Betten geholt werden. Am Brandplatz selbst lief alles durcheinander, Befehle wurden einfach ignoriert. 45 Familien verloren ihre Häuser samt Hab und Gut.

Der damals mehrmalige Versuch des Großherzoglichen Badischen Bezirksamtes Buchen, bereits im Jahre 1856 eine freiwillige Feuerwehr zu gründen scheiterte nicht an der Bereitschaft der Freiwilligen - über 50 hatten sich spontan gemeldet; sondern an der sturen Haltung des damaligen Bürgermeisters und seines Gemeinderates.

Erst ein Bürgermeisterwechsel sowie verschiedene Brände veranlassten im November 1865 den Bürgerausschuss, die Mittel für die Einrichtung einer freiwilligen Feuerwehr bereitzustellen.

1866

So konnte im Februar 1866 eine konstituierende Versammlung mit der Verabschiedung der neu aufgestellten Statuten stattfinden. Am 05.03.1866 fand dann die erste Generalversammlung und die Wahl des Kommandos statt. Als erster Kommandant wurde Riesenwirt Theodor Emele gewählt.

So waren es in Buchen immer wieder die Wehrführer mit ihren Verwaltungsräten die die Feuerwehr der Stadt Buchen durch Höhen und Tiefen führten und ein Stück unserer Feuerwehrgeschichte schrieben.

Damals wurden die Buchener Bürger durch Glockenläuten oder durch das Alarmhorn des Nachtwächters oder des Türmers zum Brandplatz gerufen.

1889

Beschaffung einer Pferdespritze mit Saugwerk

1893

Verlegen der ersten Wasserleitungen ermöglicht die Löschwasserentnahme aus Hydranten. Damit hatte der Löscheimer ausgedient.

1920

 

zog die Freiwillige Feuerwehr Buchen aus der alten Geräteremise zwischen Graben und der Schütt in ein neues Gerätehaus in der Bödigheimer Straße (bis 1960) um.

1925

Nach der Elektrifizierung konnte dann ab dem Jahre 1925 eine wesentliche Verbesserung der Alarmierung erreicht werden. Eine elektrische Sirene wurde auf dem Stadtturm installiert.

1927

Im Jahre 1927 bekam die Buchener Wehr ihre erste Automobilspritze. So nahm auch die Motorisierung bei uns ihren Lauf.

1936

Eine Tragkraftspritze auf einem Anhänger wurde beschafft.

1938

In Hainstadt wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

1939

Die Feuerwehren Bödigheim, Hettingen, Götzingen und Oberneudorf wurden gegründet.

1940

In Hollerbach, Rinschheim und Unterneudorf wurden Feuerwehren gegründet.

1941

Die Freiwillige Feuerwehr Eberstadt wurde gegründet.

1942

wurde die sogenannte Einheitstragkraftspritze und 1944 ein Löschgruppenfahrzeug LF15 (Baujahr 1942) beschafft.

2. Weltkrieg

Für die Buchener Wehr bedeuteten die Kriegsjahre eine besondere Einsatzbereitschaft. Unter dem damaligen Kommandanten Wilhelm Fertig wurde mit Unterstützung der noch zur Verfügung stehenden älteren Wehrmänner der Brandschutz sichergestellt. In den Jahren 1943 und 1944 wurden zwei Feuerlöschabteilungen in Buchen von Frauen gebildet. Frau Maria Geier (heute verehelichte Roos) musste zunächst an der Landesfeuerwehrschule in Schwetzingen eine Brandschutzausbildung zum Gruppenführer erfahren. Über 40 Frauen waren eifrig bei der Sache, mussten aber nie im Ernstfall eingreifen, da gottlob Buchen vor Luftangriffen und Brandkatastrophen verschont blieb.

1954

mussten die Feuerwehrmitglieder noch mit einer Weckerlinie alarmiert werden. 24 Kameraden hatten einen solchen Wecker zu Hause installiert.

1955

Die Freiwillige Feuerwehr Hettigenbeuern wurde gegründet.

1957

In Stürzenhardt wurde die Freiwillige Feuerwehr Stürzenhardt gegründet.

1960

konnte die Freiwillige Feuerwehr Buchen aus dem Feuerwehrhaus in der Bödigheimer Straße in das (damals) modernere und größere Feuerwehrhaus in der St.-Rochus-Straße umziehen.

1965

Gründung der Jugendfeuerwehr Buchen. Seit dieser Zeit rekrutiert die Freiwillige Feuerwehr Buchen ihren Nachwuchs hauptsächlich aus der eigenen Jugendfeuerwehr.

1970

Einführung der Funkmeldeempfänger. Dies bedeutete eine wesentliche Verbesserung für den Feuerwehrangehörigen. Einsatzart und Einsatzort wurden per Sprache über Funk vermittelt. Man konnte sich auch außer Haus aufhalten und war immer erreichbar. Funksprechverkehr vom Gerätehaus zur Einsatzstelle und zu den Fahrzeugen war möglich geworden.

Ebenfalls 1970 wurde die Friedhofsglocke von der Feuerwehr gestiftet. Sie trägt folgende Inschrift: "Der Friede sei mit Euch" gest. FFW Buchen 1969. Die Glocke wurde als Beitrag für eine Einrichtung gestiftet, die jeder einmal in Anspruch nehmen muss, so der Eintrag im Protokollbuch.

1971

Nach der Jugendfeuerwehr Buchen gründet die heutige Abteilung Hainstadt ihre Jugendfeuerwehr.

1973

Die Jugendfeuerwehr Bödigheim wurde gegründet.

1974

Mit der Gemeindereform im Jahre 1974 wurden aus ehemals 14 eigenständigen Gemeinden und Feuerwehren die neue Stadt Buchen gebildet. Aus den einstigen Feuerwehren wurden Abteilungswehren und aus den Kommandanten Abteilungskommandanten.

Als erster Gesamtkommandant wurde Stadtbrandmeister Karl Lehrer und zu seinem Stellvertreter Emil Mackert gewählt.

Als erstes galt es die neuen Abteilungen unter einen Hut zu bringen. Dies funktionierte gerade bei unseren Feuerwehren mit am schnellsten. Es fand zusammen was auch zusammen gehörte. So wurden auch schon recht bald Gerätehäuser umgebaut und Fahrzeuge neu beschafft.

1977

In Hettigenbeuern wurde die Jugendfeuerwehr gegründet

1979

Die Abteilung Einbach gründete ihre Jugendfeuerwehr

1980

Der ABC-Gefahrgutzug wird aufgestellt.

1981

Einführung der Grundausbildung als Kreislehrgang. Somit ist die Ausbildung der jungen Feuerwehrmänner und -frauen geregelt. Franz Schwing beginnt mit der Ausbildung junger Feuerwehrleute und führt diese Ausbildung bis 2016 weiter.

1982

Ab 1982 konnten die Feuerwehren im Neckar-Odenwald-Kreis über eine gemeinsame Leitstelle auch mit DRK, anderen Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen kommunizieren.

1983

In Oberneudorf und Eberstadt wurden Jugendfeuerwehren gegründet.

1986

Die Abteilung Hollerbach gründete ihre Jugendfeuerwehr.

1987

In Waldhausen wurde die Jugendfeuerwehr gegründet.

1989

Beschaffung des GW-Gefahrgut mit finanzieller Unterstützung des Landes und des Landkreises.

1990

Klaus Theobald wird zum Abteilungskommandanten gewählt. Am 15.12. brennt der Sonderklassentrakt des Schulzentrums.

1991

125 Jahre Feuerwehr Buchen

1994

Vollendung unserer Feuerwache. Der geringe Platz in der Stützpunktwehr mit vielen Sonderfahrzeugen machte in den Jahren 1989-1994 den Umbau notwendig.
Es entstand eine bis über die Kreisgrenzen hinaus sehenswerte und funktionale Feuerwache, die ihren Aufgaben, eine Ausbildungsstätte und Unterbringung für die wertvollen Gerätschaften zu sein, gerecht wurde und bis weit in unser neues Jahrtausend erfüllen wird.

1995

Klaus Theobald wird zum StBM ernannt, Gerhard Wörz und Andreas Hollerbach werden als seine Stellvertreter gewählt. Karl Lehrer und Emil Mackert werden verabschiedet.

2000

Beginn der Umrüstung auf sogenannte FMS-Hörer (Funkmeldesystem), mit denen die Kommunikation mit der Feuerwehrleitstelle in Mosbach vereinfacht werden konnte.

2001

Über einen Einsatzleitrechner der Leitstelle können Alarmierungen digital auf einem Meldeempfänger angezeigt und auf dem vorhandenen Display im Klartext abgelesen werden.

Die Abteilung Götzingen gründete ihre eigene Jugendfeuerwehr.

2003

Umbau des Schulungsraumes in der Feuerwache Buchen zu einem Multimedia-Raum. Erstmals werden hier Weiterbildungen von Führungskräften wie Zug- und Gruppenführern am Planspiel durchgeführt

2004

- 10 Jahre Feuerwache Buchen und 10 Jahre Gründungsfest des Fördervereines der Freiwilligen Feuerwehr Buchen - Abt. Stadt e. V.
- Übergabe von 2 TSF-W an die Ausrückebereiche 4 und 5 mit Standort in Eberstadt und Waldhausen
- 40 Jahre Jugendfeuerwehr Buchen (Aktionstag in der Feuerwache Buchen)

2005

- Spende der Badischen Gemeindeversicherung. Die Feuerwehr Buchen erhielt eine TS 8/8.
- Übergabe eines TSF-W an den Ausrückebereich 6 mit Standort in Hollerbach
- Gründung der Rettungshundestaffel Buchen

2006

- Erstmalige Bestellung eines „Hauptamlichen“ Stadtbrandmeisters der Stadt Buchen bzw. der Feuerwehr Buchen.
- Indienststellung der Rettungshundestaffel der Freiwilligen Feuerwehr Buchen.

2007

Durchführung des Kreisfeuerwehrtages "Abenteuer in Rot" in der Buchener Innenstadt.

2008

Übergabe eines TLF 20-40 SL an die Abteilung Buchen-Stadt

2009

Ausschreibung eines Rüstwagens für die Abteilung Stadt.

2010

2. BF-Nacht der Jugendfeuerwehr Buchen. Indienststellung des Rüstwagens. Die Jugendfeuerwehr Buchen legt in Schönau die Jugendleistungsspange ab.

2011

Dreiländertreffen mit Aktionstag in Buchen.

2012

Die Jugendgruppe Buchen legt mit Verstärkung aus Unterneudorf die Jugendleistungsspange in Sinsheim ab. Durchführung des ersten Lehrgangs Absturzsicherung.

2013

Kreisjugendfeuerwehrzeltlager in Hettingen. Benefizkonzert zur Unterstützung der Familie eine verstorbenen Feuerwehrkameraden in der Stadthalle

2014

Dreiländertreffen in Bödigheim.

2015

Die Jugendfeuerwehr Buchen feiert 50. Geburtstag, der neue Vorausrüstwagen (VRW) wird in Dienst gestellt. Kreisjugendfeuerwehrzeltlager am Stürzenhardter Brückle. Josef Frank, Ehrenbürger der Stadt Buchen und Bürgermeister a.D. wird Ehrenmitglied. In Stürzenhardt wird die Jugendfeuerwehr gegründet.

2016

Feierlichkeiten zum 150-jährigen Jubiläum. Im Rahmen eines Festakts in der Stadthalle Buchen stiftet Ehrenbürger, Bürgermeister a.D. und Ehrenmitglied Josef Frank der Feuerwehr Buchen eine handgestickte Fahne. Beim Floriansgottesdienst stellt die Feuerwehr Buchen ihre Chronik vor.

 

© Freiwillige Feuerwehr Buchen 2002-2017 | Kontakt | Impressum